Hospizverein informierte über Hilfen im Angesicht von Sterben und Tod

15.10.2017

Tettnang/gp Den Welthospiztag 2017 am vergangenen Samstag nutzte der Hospizverein Tettnang, um auf dem Städtlesmarkt über seinen humanen Dienst an sterbenden Mitmenschen und ihren Angehörigen zu informieren, oder wie es Irmgard Schickel, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, ausdrückt: „Wir nutzen bewusst diesen Samstagvormittag in der Montfortstraße, an dem jeder mit alltäglichen Besorgungen befasst oder einfach nur zum Schwätzen aufgelegt ist, um das Thema Sterben und Tod aus dem Tabu mitten ins Leben zu holen.“

Es war den Marktbesuchern anzumerken, dass einige etwas irritiert waren, mit dem Thema hier konfrontiert zu werden. Zögerlich näherten sie sich dem Stand, wo auf Plakaten und Postkarten auch ziemlich provokative Mottosprüche zu lesen waren, wie „Du kannst Dich vor allem drücken – aber nicht vor dem Tod“ oder „Gestorben wird immer. Darüber gesprochen zu wenig“. Alle wurden so mindestens zum Innehalten und wohl auch zum Nachdenken angeregt. Die, mit denen man ins Gespräch kam, waren dann oft sogar dankbar dafür, denn die Unterredungen waren „sehr intensiv, ausführlich, erstaunlich offen und sehr ehrlich, oft auch von eigenen Erfahrungen mit dem Thema in der Familie oder Nachbarschaft erzählend“, wie Alexandra Lauer berichtete, die selbst Sterbebegleiterin ist. Es wurde offensichtlich, dass Sterben und Tod einerseits und die hospizliche Hilfe andererseits wirklich alle angehen, eben „weil der Tod nun einfach einmal zum Leben dazugehört“, wie Anita Höfele resümierte.

 

Für Hubert Jocham, Vorsitzender des Tettnanger Hospizvereins, ist die Akzeptanz der Hospiz- und Palliativdienste in der Gesellschaft in den letzten Jahren stark gestiegen, gerade durch die segensreiche Arbeit der ambulanten und stationären Dienste. Und dennoch sei die Unkenntnis, was damit konkret gemeint ist und an wen man sich im Ernstfall wenden müsste, erschreckend hoch. Das sei wahrscheinlich auch ein Zeichen dafür, dass viele von uns dieses Thema so lange wie möglich von sich fernhalten möchten. Vielleicht könnte die Politik eine Aufklärungskampagne starten, wie seinerzeit zu Aids oder über das Rauchen, wodurch dann über Sterben und Tod mehr öffentlich debattiert würde.
 

Weitere Infos zum Hospizverein, zur Mitgliedschaft und zu weiteren Angeboten wie dem Trauercafé finden Sie unter www.hospizverein-tettnang.de.

 

Bild zur Meldung: Intensive Gespräche am Stand des Hospizvereins auf dem Städtlesmarkt (Foto: Günther peternek )