Die Ausbildung zum Sterbebegleiter – ein Gewinn fürs Leben

01.05.2015

Tettnang (gp) - Im Bereich „Hospiz“ tut sich was. Bundesgesundheitsminister Gröhe strebt ein flächendeckendes Hospiz- und Palliativangebot an. Das gesellschaftlich immer wichtiger werdende Thema der Begleitung Sterbender ist endlich ganz oben in der Politik angekommen. Da geht es auch um Geld, aber ein zentrales Problem ist der Mangel an Personen, die diesen wertvollen humanen Dienst zu tun  bereit sind und für ihn speziell geschult sind.  Der Hospizverein Tettnang leistet gerade in diesem Bereich seit Jahren vorbildliche Arbeit. Nach 2012/13 bietet er wieder einen neuen Ausbildungskurs an, nicht nur für Tettnang, sondern subsidiär auch für Langenargen und Kressbronn.

Aus diesen Gemeinden sind 14  Frauen und 1 Mann dem Aufruf zur Teilnahme gefolgt. Für sie begann am 27. Juni im Kaplaneihaus St. Johann in Tettnang die  Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter im ambulanten Hospizdienst. Der Kurs wird bis Weihnachten gehen. Er umfasst 70 Unterrichtseinheiten und 28 Praxisstunden, z.B. in der Klinik Tettnang und in einem stationären Hospiz. Er ist inhaltlich vieldimensional, anspruchsvoll und sehr interessant. So vermittelt er z.B. aktuelles Wissen über Sterbe- und Trauerphasen und informiert über verschiedene Arten der Schmerztherapie. Er schult die eigene Kommunikations- und Wahrnehmungsfähigkeit, zwingt aber auch, sich mit der eigenen Einstellung zum Leben, zum Sterben und zum Tod zu befassen, d.h. der Kurs ist für die Kursteilnehmer selbst auch ein Gewinn für ihr Leben. Erst am Ende des Kurses entscheiden die Teilnehmer, ob sie sich tatsächlich für Einsätze an den Betten sterbender Mitmenschen einteilen lassen.

Die Ausbildung wird von Konrad Fluhr, dem Koordinator des Hospizvereins Tettnang, geleitet, der wie auch seine Stellvertreterin Bianka Mosch über bestimmte Aspekte der Hospizarbeit referieren wird. Zum Einstieg ins Thema und zum Sich-Kennenlernen in der Gruppe hatte man sich die bewährte Aus- und Fortbildnerin Monika Braun aus Ravensburg als Referentin geholt. Die studierte Sozialpädagogin macht Lebensberatung und Supervision und begleitet selbst seit vielen Jahren sterbende Erwachsene und auch Kinder.

 

Foto von Günther Peternek

Fotounterschrift.

Die Teilnehmer am neuen Ausbildungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter vor dem Kaplaneihaus St. Johann. Konrad Fluhr (1.Reihe, links),  Monika Braun (2.R., links), Bianka Mosch (3.R., links.

 

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